Prolog
„What for? Wofür?“
Das Fett stinkt.
Es war eine sorgfältige Prozedur. Ursprünglich wollte Trudy geschmolzenes Lammfett
verwenden, was jedoch nicht geliefert wurde. Daher strichen ihre Schwester Meg und die Journalistin Julia
Harpman sie zuerst mit Olivenöl und dann mit einer dicken Schicht aus Lanolin (Wollfett) ein. Anschließend
trug ihr Trainer Bill Burgess noch Vaseline und Schmalz auf. Trudy kniet im Licht einer Petroleumlampe, die
Arme seitlich ausgestreckt. Jede Stelle muss bedeckt sein, an der Salzwasser die Haut aufscheuern wird. Jede
Stelle, an der die Kälte kriecht. Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, Freitag, der 6. August 1926, und die
Luft über dem Cap Gris-Nez an der französischen Kanalküste ist feucht und kühl.
Margaret — Meg — ist achtzehn Monate älter, selbst eine Wettkampfschwimmerin, die
Frau, die Trudys zerrissene Anmeldeformulare aus dem Papierkorb fischte und sie trotzdem abschickte. Ohne
Meg kein Kanal. Ohne diese Hände, die jetzt Fett auf Haut verteilen, keine Geschichte. Trudy weiß das.
Es ist ihre letzte gemeinsame Handlung vor dem, was kommt.
* * *